Der K-Weg 1979 - 2011

Zur Geschichte des K-Weges

In den siebziger Jahren erwanderte der Ortsverband Kamp-Lintfort Wanderwege „Rund um Wuppertal“, „Rund um Solingen“ und auch „Rund um Mülheim“.

Aber ein „Rund um Kamp-Lintfort“ gab es noch nicht. Das sollte sich ändern! Und schon war eine Idee geboren.

1978 wurden die Planungen aufgenommen. Zunächst mussten Vereinsvorstand und Mitgliederversammlung zustimmen. Dieses stellte kein Problem dar, und in bescheidenem Maße wurden auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Eine 16-köpfige Arbeitsgruppe bildete sich, die den Wegeverlauf festlegen sollte. Vorgabe war: der Weg musste in Nähe der Stadtgrenze gehalten werden.Im Frühjahr 1978 nahm die Arbeitsgruppe ihre Arbeit auf. Im September des gleichen Jahres wurde dem Hauptvorstand in Krefeld der Plan mit dem Wegenetz vorgelegt.

Niederrheinlandschaft am K-Weg

Nach dem O.K. aus Krefeld wurden die Privatbesitzer von Wegen, die LINEG, die Forstbehörde, die untere Landschaftsbehörde, die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer des Kreises Wesel, die Stadt Kamp-Lintfort und die angrenzenden Gemeinden eingeschaltet. Oftmals waren Genehmigungen erforderlich, manchmal brauchten die Behörden nur informiert werden. Alle Betroffenen stimmten zu, es gab keine Einwendungen.

Und im Januar 1979 – nicht einmal ein Jahr später – konnte den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung mitgeteilt werden, dass der rund 40 km lange Weg fertig geplant ist.
An zwei Samstagen machten sich acht Vereinsmitglieder daran, den Weg zu zeichnen. Entsprechend den Bestimmungen des Landschaftsgesetzes wurde der Rundwanderweg mit einem weißen Ring gezeichnet. Der Buchstabe „K“ im Inneren des Kreises war als nähere Bezeichnung für Kamp-Lintfort zulässig.

Eine Konservendose diente als Schablone für den Kreis; ein Stück PVC wurde als Schablone für das „K“ genutzt.

Am 1. Mai 1979 wurde der Rundwanderweg zum ersten Mal gelaufen – 40 km an einem Stück. Seitdem ist der 1. Mai traditionell im Wanderplan des Ortsvereins reserviert für diese Tour, auch wenn sie inzwischen auch nur noch in Teilstrecken gelaufen wird.

25 Jahre K-Weg an der Wilhelmsruh
v.l.: Birgit Kames (Vorsitzende), Heinz
Kames, E. Burzynski, BM Dr. Landscheidt

Am 1. Mai 2004 feierten wir das 25-jährige Bestehen des K-Weges. Unter Beisein des Kamp-Lintforter Bürgermeisters Dr. Christoph Landscheidt wurde der Weg nunmehr offiziell auf den Ideengeber Heinz Kames umbenannt, nachdem vereinsintern schon lange das K im Kreis nicht mehr für Kamp-Lintfort stand.

In den nun mehr 30 Jahren seines Bestehens hat der Weg oft schon seinen ursprünglichen Verlauf ändern müssen. Erst war es die Autobahn A 57, dann Auskiesungen, ungangbar gewordene Wege, der Bau der Müllverbrennungsanlage Asdonkskof, die Verlängerung der A 42 und umgepflügte Wege, die immer wieder zu Änderungen führten und uns Mitglieder des Orts-verbandes, unseren Hauptwegewart und die Wegzeichner auf Trab halten.

Heute ist der Weg 42 km lang und führt uns immer noch durch die schöne Landschaft des Niederrheins.

Rund um Kamp-Lintfort (Heinz-Kames-Weg) – Wanderung um die Stadt

Blick auf Lintfort. Links die Schachtanlage
Rossenray, rechts Friedrich-Heinrich

Von der ehemaligen Gaststätte Voß, am Ostrand der Stadt, führt der Weg auf dem Ufer des Anrathskanals nördlich der Bergehalde zur Siedlung Kohlenhuck. Über die K 33 zur
Rossenrayer Schule und über den Krummensteg verläuft der Weg nahe der Schachtanlage Rossenray zur B 510.

Hier überqueren wir zum ersten Mal den an dieser Stelle gut sichtbaren Wasserlauf der „Fossa Eugeniana“, einen Kanal – der ab 1626 gebaut – Rhein und Maas verbinden sollte.

Mittagsrast in der Leucht

Im weiteren Wegeverlauf liegt der englische Soldatenfriedhof. Durch typische Niederrheinlandschaften, Wiesen, vorbei an Kopfweiden, geht es auf z. T. geschotterten, teilweise asphaltierten Straßen zum „Haus Heideck“, kurkölnisches Ritterlehen, das 1301 erstmalig urkundlich erwähnt wird. Von hier durchqueren wir das Waldgebiet der Leucht, wegen seines Freizeitwertes ein vielbesuchtes Naherholungsgebiet. An seiner Westseite schließt sich der Niederkamper Wald an, den der Wanderweg nur kurz berührt. Am Westrand des Waldes steht unsere Sitzgruppe „Wilhelmsruh“, zwei Bänke und ein Tisch.

Jüdischer Friedhof in Hoerstgen

Weitere Station auf dem Weg ist die Ortschaft Hoerstgen, einst „Reichsfreie Herrlichkeit“.

Am Judenfriedhof vorbei verläuft der Weg nochmals durch das Bett der schon erwähnten Fossa Eugeniana, diesmal am Westrand der Stadt, und kurz darauf an der Blink entlang, einer Wasserfläche, die wohl dem Nieprhein zuzurechnen ist.
 

Östlich davon, im Feld gelegen – baumbestanden – die „Spanische Schanze“, eine Befestigungsanlage der Fossa Eugeniana.

Wetterschacht Norddeutschland

Nach südlichem Verlauf trifft der Wanderweg auf den Damm der vor dem 1. Weltkrieg geplanten Bahnlinie Moers – Geldern, deren Ausbau durch den Versailler Friedensvertrag 1919 untersagt worden ist. Den Bahndamm kreuzend, über die Klotenstraße und die Vluynbuschstraße erreichen wir Eyll und sehen am Fuße des Eyller Berges die Eyller Kirche liegen, 1430 erbaut und zur ehemaligen Wasserburg Eyll gehörend, die der Kirche gegenüber in der Niederung lag. Die Ruine wurde 1976 abgebrochen. Über den Rayer Berg, durch die Waldungen bei der Schachtanlage „Norddeutschland“, entlang dem Landwehrgraben, der ehemaligen Grenze zwischen Kurköln und Kleve, kommt der Weg zum Ausgangspunkt zurück.


Bernhard Kames